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Archiv für die Kategorie ‘Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)’

Krankenkasse: ├ťbernahme der Kosten f├╝r einen Treppenlift?

11. April 2011 1 Kommentar

Die Kosten f├╝r einen Umbau in den eigenen vier W├Ąnden f├╝r Menschen mit einer Behinderung k├Ânnen schnell in die H├Âhe schie├čen. Alleine schon der Einbau f├╝r einen Treppenlift, der in den meisten F├Ąllen mehr als n├Âtig ist, geht ins Geld. Treppenlifte werden immer mehr zum Wegbegleiter älterer Menschen. Gut, wenn hier einem eine Versicherung zur Seite steht. Grundsätzlich kann der Einbau eines Treppenlifts von der Krankenkasse bezuschusst werden, jedoch geschieht dies nur in wenige Fällen. Ein Urteil des Bundessozialgerichts hat nun zusätzlich den Krankenkassen in diesem Fall den Rücken gestärkt.

Laut den Richtern sind Krankenkassen grundsätzlich nicht dazu verpflichtet die Kosten für einen Treppenlift zu übernehmen. Die Kassen müssten nicht das Wohnfeld des Versicherten durch Einbauten verbessern. Damit sind die Urteile unterer Instanzen aufgehoben.

Trotzdem kommt es in manchen Fällen noch vor, dass die Kosten wenigstens teilweise übernommen werden, da die Kassen individuell entscheiden. Bei einem Einbau sollte man also auf jeden Fall einen Antrag auf Teilfinanzierung bei der Krankenkasse stellen, denn eine Chance besteht immer. Nur sollte man sich nach dem aktuellen Urteil wohl lieber nicht allzu gro├če Hoffnungen machen.

BVA: Gesetzliche Krankenkasse DAK soll sparen

28. M├Ąrz 2011 Keine Kommentare
cc by wikimedia/ Nino Barbieri

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In den letzten Wochen sorgte die gesetzliche Krankenkasse DAK immer wieder f├╝r negative Schlagzeilen. Als eine der ersten Krankenkassen f├╝hrte sie im letzten Jahr den ber├╝hmt-ber├╝chtigten Zusatzbeitrag ein, was sie etliche Mitglieder kostete. Gleichzeitig kamen nur wenige hinzu, so dass die DAK nun offenbar im Sparzwang ist. Bereits vor wenigen Wochen hatte der Versicherer Ma├čnahmen angek├╝ndigt.

Doch diese reichen offenbar nicht aus, so dass die ÔÇ×Financial Times DeutschlandÔÇť nun meldete, dass sich nun auch das Bundesversicherungsamt (BVA) in die Angelegenheit eingemischt hat. Die Lage scheint also ernst. Das BVA fordert rigorose Sparma├čnahmen von der DAK. Entweder der Zusatzbeitrag m├╝sse erh├Âht oder bei den Versicherungsleistungen oder der Verwaltung gespart werden. Alles in allem macht in der aktuellen Situation wohl nur letzteres einen Sinn.

Bei der DAK muss man also eventuell mit einem noch st├Ąrkeren Stellenabbau als eh schon geplant rechnen, denn auch die finanziellen Reserven sollen schwinden. Medienberichten zufolge hat die Kasse nur noch eine Reserve von 33 Millionen Euro, wobei eigentlich das zehnfache gefragt sei. In der ├ľffentlichkeit m├Âchte die DAK von solchen massiven Problemen nichts wissen und betonte, dass die Lage ÔÇ×keineswegs kritischÔÇť sei.

Vorsicht bei Kassenwechsel und laufenden Behandlungen!

17. Januar 2011 Keine Kommentare
cc by wikiHow/ Sophie Caley

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Viele Versicherte f├╝rchten sich vor dem Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherungen. Die meisten Kassen verzichten jedoch zun├Ąchst darauf. Ist man aber bei einer Kasse versichert, die einen Zusatzbeitrag erhebt, hat man als Kunde ein Sonderk├╝ndigungsrecht.

Da die meisten Krankenkassen ├Ąhnliche Leistungen anbieten, scheint dies f├╝r viele sinnvoll. Nachdem man schriftlich ├╝ber den Zusatzbeitrag informiert wurde, kann man bis zur ersten F├Ąlligkeit k├╝ndigen und muss dann auch nicht die sonst obligatorische 18-monatige Mindest-Mitgliedschaft erf├╝llen. Die Kasse ist verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen eine K├╝ndigungsbest├Ątigung zu schicken. Diese legt man nun der neuen Krankenkasse vor. Gesetzliche Krankenversicherungen m├╝ssen jeden Patienten aufnehmen. Um eine Ablehnung muss man sich also keine Sorgen machen.

Den Wechsel sollte man, wie hier bereits berichtet, jedoch nicht ├╝berst├╝rzen: Zum einen wei├č man nicht, ob und wann die neue Kasse nicht auch den Zusatzbeitrag einf├╝hrt und zum andere sollte der Kunde besonders vorsichtig sein, wenn er gerade mitten in einer Behandlung steckt oder einer Pflegestufe zugeteilt ist:

Bei einem Wechsel kann die neue Kasse solche Umst├Ąnde erneut pr├╝fen. Das hei├čt, laufende Behandlungen werden noch einmal auf ihre medizinische Notwendigkeit gepr├╝ft und hinsichtlich der Pflegestufe kann der Medizinische Dienst der Krankenkassen einem einen neuen Besuch abstatten und die Lage pr├╝fen. Eventuell ergeben sich darauf Nachteile f├╝r den Versicherten, mit etwas Gl├╝ck aber auch Vorteile, je nach neuer Einsch├Ątzung.

Beitragssteigerung der gesetzlichen Krankenkassen: Auch Studenten zahlen mehr

9. Januar 2011 Keine Kommentare
cc by flickr/ Nice-Pic

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Im Zuge der Gesundheitsreform erh├Âhen sich die Kassenbeitr├Ąge in diesem Jahr von bisher 14.9% auf 15,5%. F├╝r Arbeitnehmer handelt es sich um eine Mehrbelastung von 0,3%, da diese 8,2% tragen und der Arbeitgeber die restlichen 7,3%. Allerdings wird der Arbeitgeberanteil eingefroren, das hei├čt alle weiteren Beitragssteigerungen m├╝ssen die Arbeitnehmer selbst tragen.

Diese Erh├Âhung hat auch Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung von Studenten. Bisher zahlten diese bis zum Erreichen des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs den einheitlichen Beitrag von 53,40 Euro im Monat.

Ab 2011 werden die Beitr├Ąge auf 55,55 Euro monatlich angehoben. Dies war aber noch nicht alles. Zum Sommersemester steigt er noch einmal und zwar auf 64,77 Euro! Wer sich also im letzten Jahr ├╝ber die Erh├Âhung des Baf├Âgs gefreut hat, bei der der H├Âchstsatz auf 670 Euro angehoben wurde, verliert genau dieses Plus wieder. Die durchschnittlichen Mehreinnahmen von 13 Euro im Monat f├╝r jeden Studenten, der Baf├Âg bezieht, flie├čen also bald wieder komplett in die Krankenkasse.

Alle, die sich damit nicht abfinden m├Âchten, haben die M├Âglichkeit von ihrem Sonderk├╝ndigungsrecht Gebrauch zu machen. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist nun auch einfacher, jedoch sollte man hier nicht auf zun├Ąchst niedrig erscheinende Angebote hereinfallen und sich vor einem Wechsel gut beraten lassen.

Urteil: Krankenkasse ist zur Auskunft ├╝ber Leistungen verpflichtet

22. November 2010 Keine Kommentare
cc by flickr/ Waldo Jaquith

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Im regul├Ąren Behandlungsablauf erf├Ąhrt man als gesetzlich Versicherter nicht automatisch, welche Leistungen nun genau f├╝r einen abgerechnet wurden. Beim Arzt selbst kann man sich dar├╝ber jedoch auf Anfrage eine Quittung ausstellen lassen. Zu genauen Angaben sind auch die gesetzlichen Krankenkassen laut einem aktuellen Urteil verpflichtet.

In dem konkreten Fall wollte ein Mann eine Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung abschlie├čen und daf├╝r ben├Âtigte er eine Auskunft seiner Krankenkasse ├╝ber die Leistungen, die f├╝r ihn in den letzten vier Jahren abgerechnet wurden. Die Kasse weigerte sich jedoch mit der Begr├╝ndung, er sei nicht berechtigt solche Informationen zu verlangen. Stattdessen bekam er lediglich eine Versichertenauskunft f├╝r das letzte Jahr, was dem Anbieter der Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung wiederum nicht gen├╝gte.

Die Richter sahen den Fall anders als die Krankenkasse: Versicherte haben einen grunds├Ątzlichen Auskunftsanspruch. Der einzige Grund f├╝r eine Ablehnung sei, dass der personelle Aufwand f├╝r die verlangten Informationen zu gro├č ist, was bei einer einfachen Auskunft ├╝ber die Leistungsabrechnungen aber wohl eher weniger der Fall ist.