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Archiv für August, 2010

Gesetzliche Krankenkassen: Wahltarife sollen begrenzt werden!

30. August 2010 Keine Kommentare

Es ist ein weiterer mehr als unvernünftiger Plan im Zuge der sogenannten Gesundheitsreform. In Zeiten, in denen das solidarische Prinzip der gesetzlichen Krankenversicherung droht zusammenzubrechen und die Tendenz immer mehr zu einer Klassenmedizin geht, wurden nun Pläne aus Regierungskreisen bekannt, wonach gesetzliche Krankenversicherungen ihre Wahltarife und Zusatzversicherungen einschränken sollen.

Doch genau diese Tarife machen für die gesetzlichen Krankenkassen einen Wettbewerb untereinander möglich. Zudem werden durch diese bisher Besserverdienende gehalten. Vor allem Letztere würden durch eine Änderung noch mehr zu den privaten Krankenkassen abwandern. In diesem Zusammenhang muss sich die Regierung nicht wundern, dass mehrfach das Wort Klientelpolitik fallen wird.

Gesetzlich Versicherten soll es also bald nicht mehr möglich sein eine Chefarztbehandlung oder die Unterbringung in einem Einbettzimmer gesondert hinzuzunehmen. Auch sollen die Kassen nur noch Wahltarife mit Selbstbehalt und Kostenerstattung anbieten. In diesem Zusammenhang werden einem dann auch die Pläne klar, warum ein Eintritt in die private Krankenversicherung erleichtert werden soll…

Zugangsbedingungen zur privaten Krankenversicherung sollen offenbar gelockert werden

23. August 2010 Keine Kommentare

Im Zuge der immer noch heftig diskutierten Gesundheitsreform soll nun offenbar auch der Zugang zur privaten Krankenversicherung gelockert werden. Bisher konnten nur diejenigen in eine private Krankenversicherung wechseln, die in drei aufeinander folgenden Jahren oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (auch manchmal Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt) liegen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler soll nun innerhalb der Fraktionen von Union und FDP durchgesetzt haben, dass man bereits ab einem einmaligen Erreichen des Mindestverdienstes in die private Krankenversicherung wechseln kann. In diesem Jahr liegt diese bei 4.162,50 Euro pro Monat.

Angeblich soll diese Ă„nderung bereits im Januar 2011 in Kraft treten. Ein entsprechender Entwurf liegt offenbar schon vor. Im September soll ein Gesetz daraus werden. Dies geht zumindest aus einem Bericht der Deutschen Apotheker Zeitung hervor.

Ist das Gesundheitssystem durch die Fusionen der Krankenkassen in Gefahr?

16. August 2010 Keine Kommentare

In den letzten Jahren schließen sich immer mehr gesetzliche Krankenkassen zusammen. Durch diese Fusionen versuchen sie den immensen Verlusten im Gesundheitssystem entgegen zu wirken. Doch genau dies könnte nun das gesamte System noch mehr gefährden.

Experten warnen davor, dass es denn Krankenkassen bald so ergehen werde wie den Banken in der Finanzkrise. Es sei sehr riskant auf groĂźe und damit systemrelevante Einheiten zu setzen, so Hans Unterhuber, der Chef der Siemens-Betriebskasse.

In der „Frankfurter Rundschau“ betonte Rolf Stuppardt, Chef des Bundesverbands der Innungskrankenkassen, dass die Fusionen viel zu wenig mit gesundheitsökonomischen Zielen zu tun hätten. Er warnte davor, dass sie zu groß werden und so sang- und klanglos untergehen würden. Durch die Fusionen würden sie lediglich versuchen, im Falle einer Krise staatliche Unterstützung zu bekommen.

Alleine in den letzten beiden Jahren hat sich die Anzahl der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland von 216 auf 163 verringert. Die Debatte um unser Gesundheitssystem hat also gerade erst begonnen. Es bedarf wohl mehr als nur kleiner Reförmchen in Form von steigenden Beitragssätzen…

Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung: Wechselzuschlag unzulässig

9. August 2010 1 Kommentar

Fast jeder private Krankenversicherer bietet günstige Paralleltarife. Schon alleine deshalb lohnt es sich ab und an sich über eventuell günstigere Tarife schlau zu machen. Doch ebenso häufig kommt es vor, dass die Versicherung bei solch einem Wechsel einen Zuschlag verlangt, der die Ersparnis zunichte macht.

Die Stiftung Warentest weist daher darauf hin, dass ein solcher Wechselzuschlag laut eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nicht zulässig ist! Wenn Versicherte innerhalb ihrer privaten Krankenversicherung den Tarif wechseln möchten, darf der Anbieter ihm dies nicht verweigern.

Voraussetzung dafĂĽr ist jedoch, dass der Versicherte dieselbe Gesundheitseinstufung wie zudem Zeitpunkt besitzt, an dem er in den bisherigen Tarif eingetreten ist. Laut der Stiftung Warentest sollte man sich nicht scheuen einen Tarifwechsel vorzunehmen. Bei Problemen kann man sich an den Ombudsmann der privaten Krankenversicherung wenden.

Mindestbeitrag für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung

2. August 2010 Keine Kommentare

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich einiges getan und der Prozess ist bekanntlich noch lange nicht beendet. Für die meisten ist dies im Grunde mit steigenden Kosten verbunden. So werden auch einige gering verdienende Selbstständige, die sich aktuell oder in den letzten Monaten freiwillig versichert haben, ganz schöne Augen gemacht haben.

Was häufig nicht erwähnt wird, ist, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung ein ziemlich hoher Mindestbeitrag eingeführt wurde, der es vielen Selbstständigen, die zum Beispiel am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, besonders schwer macht:

Versichert man sich freiwillig gehen viele davon aus, dass die einfach den aktuellen Prozentsatz komplett zahlen müssen. Dies gilt jedoch erst ab einem Einkommen ab 1.890 Euro monatlich! Demjenigen, der weniger verdient, wird aber trotzdem unterstellt, er würde diesen Betrag verdienen und muss dementsprechend zahlen. Dies bedeutet monatlich rund 300 Euro. Für alle, die mit ihrer selbstständigen Tätigkeit zum Beispiel lediglich 600 oder 700 Euro verdienen eine ganz schöne Bürde!